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Herr
Bruno Becker,
der Erfinder des NASSENHEIDER Verdunsters, erzählt über sich: |
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Geboren
1928, verlebte ich meine Kindheit in Malchow,
Mecklenburg. Nach der Schulzeit mit dem Abschluß Mittlere Reife erlernte
ich dort das Elektrohandwerk.
Darauf
folgten10 Wanderjahre, in denen ich als Hochspannungsmonteur, im Industrieanlagenbau
und als Schiffselektriker tätig war und daneben die Meisterprüfung
ablegte. Dann wurde ich für die nächsten 4 Jahrzehnte in Nassenheide
nördlich von Berlin seßhaft, habe seitdem vorwiegend am Reißbrett
sowie im Versuchs- und Musterbau gearbeitet und dabei mehr als 20 Neuerervorschläge
eingereicht. Tüfteln, knobeln und experimentieren war mein Leben und
das ist auch im Ruhestand bis heute so geblieben. Ich bin seit 47 Jahren verheiratet und habe 2 Kinder. Nach 40 Jahren in Nassenheide bin ich im letzten Herbst zu meiner Tochter am südlichen Stadtrand von Berlin gezogen. |
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Die
Imkerei betreibe ich seit 1968,ursprünglich
wegen möglicher Nebenerwerbsquellen, aber auch, weil ich häufig
wegen starker Ischiasbeschwerden ans Bett gefesselt war. Davon
bin ich seitdem weitgehend geheilt. Im Sommerhalbjahr bekomme ich gelegentlich
bei der Arbeit an den Bienen eine Spritze und wenn es im Winter zwickt,
wird auch mal ein Stich am Flugloch provoziert. Zeitweilig bewirtschaftete ich am Heimatstand und im Wanderwagen insgesamt ca. 50 Völker in DN-Hinterbehandlungsbeuten und bin in Obst-, Raps- und Rotkleetrachten gewandert. Ende der 80er Jahre musste ich die Imkerei aus familiären Gründen drastisch reduzieren und halte seitdem einige wenige Völker in selbst gebauten Magazinen. |
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1982 entdeckte ich an meinem Stand die ersten Varroamilben. Nun
hatten also diese ursprünglich aus Südostasien stammenden Parasiten
auch Nassenheide erreicht. Anfangs war ja fast jedes Mittel recht, um die Plagegeister in Schach zu halten. Aber schon bald gab es Bedenken wegen möglicher Belastungen für den Honig. Die Chemikalien, die es ursprünglich nicht gab und die erst in den Labors entwickelt wurden, bereiten vielen Menschen erhebliche Sorgen, daß sie auch in geringster Menge gesundheitliche Schäden verursachen könnten. |
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Da
schien die Ameisensäure einen Ausweg zu bieten. Sie
wird seit langem zum Konversieren von Obst verwendet und ist von Natur
aus in geringer Menge im Honig. Nach der Anwendung ist sie bald verflogen.
Außerdem ist sie relativ preiswert. Der
Umgang damit erfordert vom Imker zwar gewisse Vorsichtsmaßnahmen
und er sollte deshalb nicht nur die Gebrauchsanleitung sondern auch die
an seinem Standort geltenden Vorschriften beachten.
Anfangs
probierte ich wie so viele andere auch die sogenannteBierdeckel-Methode.Dazu
wurde im Abstand von einigen Tagen ein Bierdeckel mit 6-20 ml Ameisensäure
getränkt und unter den Bienensitz geschoben. Aber das konnte mich
nicht befriedigen. Bei
einer Außentemperatur von 8°C schwankten die Werte in meinem
Wanderwagen am Beutenboden zwischen 10 und 32°C. Starke Völker
brausten auf und attackierten möglicherweise die Königin, schwächere
zogen sich vor dem fremdartigen Geruch zurück. Dann verdunstete zu
wenig. Das konnte nur in Ausnahmefällen gut funktionieren. Danach
startete ich einige improvisierte
Langzeitversuchedurch
regelmäßige Gaben von oben. Das wirkte schon besser. Die Temperatur
schwankte weniger, aber immer noch zu viel. Außerdem war es zeitaufwendig. Bei
einer bestimmten Verdunstungsfläche und konstantem Strömungswiderstand
sollte auch die Umgebungstemperatur annähernd gleich sein. Dafür
bot sich die Brutnesttemperatur an. So
entstanden die ersten Muster,
die daraufhin
im Kreis Oranienburg und in der Freien Universität Berlin jahrelang
getestet wurden. Dabei wurden die von mir erzielten guten Behandlungsergebnisse
und auch die Bienenverträglichkeit bestätigt. Inzwischen sind die seitdem praktisch unveränderten Applikatoren mit dem Handelsnamen „Nassenheider Verdunster“ rund 250.000 x verkauft worden und für viele Imker in aller Welt ein Begriff. |
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Die
für die sichere Funktion so wichtige Brutnestnähe wird besonders
von Berufsimkern oft als zu aufwendig genannt. Das hat mich veranlaßt,
nach einer Methode zu suchen, die auch weiter entfernt gute Ergebnisse
bringt. Nach monatelangen Versuchen mit den unterschiedlichsten Dochtformen
und –werkstoffen entstand so der
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Horizontal-Verdunster,
der auch
mit geringem Aufwand aus dem herkömmlichen Gerät nachgerüstet
werden kann. Durch die Kombination des U-förmigen Dochtes mit dem großflächigenHorizontal-Docht kann er Umgebungseinflüsse besser ausgleichen. Bild 1 zeigt die unterschiedliche Temperaturabhängigkeit der beiden Ausführungen. Bei Hinterbehandlungsbeuten kann man diese Weiterentwicklung zwischen Fenster und letzter Wabe einfügen, im Magazin an Stelle einer Randwabe oder in einer aufgesetzten Leerzarge. Das geht wesentlich schneller.
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Der mögliche Einsatz dieser Variante bis weit in den Spätherbst,ist
aus meiner Sicht aber noch wichtiger. Dann gibt es keine empfindlichen
Jungbienen mehr, die Gefahr einer Reinfektion aus der Nachbarschaft ist
sehr gering, weil die Bienen kaum noch fliegen und ich erreiche mit einer
etwas höheren Dosis und 85%iger Ameisensäure deutlich bessere
Ergebnisse als im August und September. Bild 2 zeigt, wie radikal ich die
Varroamilben damit reduzieren konnte.
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Ich
bleibe aber ein Hobbyimker und Laie mit wenigen Völkern,trotz
aller Erfahrungen und Erfolge. Meine Möglichkeiten reichen also nicht
aus, die Resultate in größerem Rahmen nach üblichen Kriterien
zu bestätigen. Das kann manchmal recht frustrierend sein, z.B., wenn
ich versuche, das Erreichte in wissenschaftlichen Zeitschriften vorzustellen.
Wenn dort in den Autorenrichtlinien gefragt wird, in welchem Institut die
Versuche durchgeführt wurden, kann ich mir weitere Bemühungen
um eine Veröffentlichung sicher ersparen. Ein Institut besitze ich
nicht und wenn ich ein solches beauftragen würde, wären die bisher
erzielten Lizenzgebühren wohl bald aufgebraucht und ich danach so
schlau wie zuvor, weil das Geld nicht reichen würde. Die ausländischen
Redaktionen antworten meistens gar nicht. Andererseits kann ich wohl für mich in Anspruch nehmen, dass ich mit meinen Aktivitäten einen wesentlichen Anteil an der wachsenden Akzeptanz der Ameisensäure habe. |
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Ist
hier das Forum, das weiter hilft? Vielleicht
bietet sich im Internet eine Möglichkeit, die Erfahrungen mit interessierten
Imkern auszutauschen. Die Ameisensäure ist unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Aspekte aus meiner Sicht die effektivste Waffe gegen die Varroatose. Außerdem soll sie sehr gut gegen Tracheenmilben wirken. Kann man hier zwei Milben mit einer Klappe schlagen?Eventuell wissen andere mehr darüber. Ich kenne das Problem nicht, vielleicht deshalb, weil ich seit mehr als 10 Jahren mit Ameisensäure arbeite. |
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Wenn Sie das Thema interessiert oder Sie sonstige Fragen an mich haben, besuchen Sie mich einfach auf meiner eigenen Homepage http://www.bienen-becker.de/ und senden mir eine eMail. |
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(c)
Bruno Becker 20.07.2005
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